|
Ein Traditionsverein in der Nähe der Weltkulturerbestadt Bamberg, von radsportbegeisterten Idealisten 1920 gegründet und inzwischen ein Verein mit 650 Mitgliedern und 8 Abteilungen.
Ein lebendiger Verein, in dem es immer wieder neue Ideen und viele tatkräftige Hände gibt, diese umzusetzen.
Ein Radsportverein, der sich der Nachwuchsarbeit und dem Sport verschrieben hat.
Die Deutsche Rad-Cross-Meisterschaft bedeutet für uns einen Höhepunkt in der kontinuierlichen Arbeit für unsere Radsportler und Radsportlerinnen. Erfahren in der Ausrichtung von Rennveranstaltungen werden wir Concorden die deutsche Meisterschaft für unsere Gäste zum Erlebnis machen.
Der Rad- und Motorsportverein Concordia
Strullendorf avancierte im Laufe seiner über 85-jährigen Geschichte von
einem unbedeutenden Landverein zu einem Sportverein mit
breitgefächertem Angebot und großen Erfolgen.
Angefangen hatte alles 1920, als ein paar radsportbegeisterte
Idealisten die "Concordia Strullendorf" ins Leben riefen. Fast jeden
Sonntag beteiligten sich die Concorden an den damals so beliebten
Wanderfahrten und besuchten mit dem Fahrrad zahlreiche Feste und Feiern
in der näheren und weiteren Umgebung. Als erster Sportverein in
Strullendorf überhaupt bekam die Concordia natürlich immer mehr Zulauf,
und schon bald gesellten sich bei den Ausfahrten neben den Radsportlern
auch stolze Motorradbesitzer mit ihren 500er Maschinen dazu. In den
20er Jahren betrieb der Verein sogar bereits Rennsport, wenn auch in
geringem Umfang.
1934 wurde die Concordia Strullendorf, ebenso wie
viele andere Vereine, die christliche Ideale auf ihre Fahnen
geschrieben hatten, durch das Naziregime gezwungen, ihre
Vereinstätigkeit einzustellen.
15 Jahre später stand die Geburtsstunde des Rad- und Motorsportvereins
Concordia Strullendorf ein zweites Mal bevor. Nach der Wiedergründung
1949 nahm der Verein einen schnellen Aufschwung und gehörte bald wieder
zum Ortsgeschehen. Zahlreiche Ausfahrten und Wanderfahrten, Fuchsjagden
und Korsofahrten zählten genauso zu den Aktivitäten wie
Theateraufführungen und Veranstaltungen, die die Geselligkeit förderten.
Anfang der 50er Jahre begannen die Strullendorfer auch wieder ganz
klein mit dem Rennsport. Ohne Erfahrung, aber mit großem Idealismus und
viel Opferbereitschaft baute 1. Vorstand Karl Wagner, zusammen mit
Lothar Kolitsch und Otto Bergmann eine Rennmannschaft auf. Die Stars
der ersten Stunde waren Herbert Kröner, der später Berufsradfahrer
wurde, und Ottmar Neundörfer, der 1959 die Bayr.
Querfeldeinmeisterschaft errang.
Auch der Motorsport schrieb ein Stück Vereinsgeschichte. Nicht nur,
dass viele aktive Mopedfahrer den Namen des Vereins über Bayerns
Grenzen hinaustrugen, auch Meisterehren konnten die Motorsportler nach
Strullendorf holen. Beim Moped-Geschicklichkeitsfahren dokumentierten
sie ihre dominierende Stellung in Deutschland, als sie den Deutschen
Meister 1961 und1962 mit Leo Kraus und 1963 mit Detlev Übensee stellten.
Die 60er Jahre standen aber auch unter dem Leitgedanken "Radrennfahrer
nach vorn". Durch planvolles Training, für das sich zuerst Siegfried
Conrad und ab 1963 dann Hans Büttner verantwortlich zeichneten, und
gute Jugendarbeit konnten viele Siege auf Bahn, Berg und Straße und
auch einige Meisterschaften nach Hause gefahren werden. Aber die
größten Erfolge sollten erst noch kommen.
Ein Mann machte Strullendorf weit über seine Grenzen hinaus bekannt:
Johannes Knab, das Aushängeschild der Concordia. Er hatte seine
Karriere schon 1962 als Jugendfahrer begonnen, fuhr 1965 am Ende seines
ersten Amateurjahres schon in der höchsten deutschen Klasse und wurde
1967 in die Nationalmannschaft berufen. Als Nationalfahrer war er
insgesamt 194 mal im Einsatz und nahm an vielen Rund- und
Etappenfahrten, an Weltmeisterschaften und an den Olympischen Spielen
1968 in Mexiko und 1972 in München teil. Daneben konnte er zahlreiche
Siege und Platzierungen für sich verbuchen. 186 Siege, davon 27
international, in seiner mehr als 30jährigen Laufbahn sprechen eine
deutliche Sprache.
Ein
weiterer Nationalfahrer in den Reihen der Concordia war Bernd Wich.
Zusammen mit Johannes Knab bildete er von 1969 bis 1972 das "Traumpaar"
der Concorden. Knab und Wich zählten in dieser Zeit zu den besten
Radrennfahrern Deutschlands. Auch Bernd Wich konnte zahlreiche Siege
sein eigen nennen und fuhr bei der Weltmeisterschaft 1971 in Mendrisio
im Nationaltrikot.
Mit
Jan Smyrak begann 1973 ein neuer Abschnitt der Strullendorfer
Erfolgsgeschichte. Der polnische Meister, der nach der Olympiade 1972
in München durch einen glücklichen Zufall zur Concordia gestoßen war,
sammelte von 1973 bis 1980 sage und schreibe 81 Siege. Seine Weltklasse
stellte der "Bayrische Löwe" bei zahlreichen Rennen unter Beweis, wo er
auch ohne Unterstützung die Nationalfahrer reihenweise auf die Plätze
verwies. Als er 1977 endlich die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt
und somit in die Nationalmannschaft nominiert wurde, zeichnete sich
aber schon das Ende seiner Karriere ab. Die Folgen eines
lebensgefährlichen Sturzes zwangen ihn 1980 sein Rennrad an den
berühmten Nagel zu hängen.
Weitere erfolgreiche Strullendorfer
Radsportler, die das Nationaltrikot trugen, waren Karl Körner (Steher),
Dieter Zimmermann (Querfeldein) und Andreas Kröner (Straße).
Der jüngste Nationalfahrer der Concordia war Florenz Knauer in den Jahren 2006/ 2007 in der Junioren-Nationalmannschaft. Nur knapp verpasste er im letzten Jahr das Ticket zur WM nach Mexico. In seinem ersten U23-Jahr fährt er nun als Profi beim Team Kuota-Senges.
Neben den Abteilungen Wandern, Tischtennis, Tennis und Schach
engagierte sich die Concordia ab 1987 auch auf dem Gebiet Gardesport,
und das sehr erfolgreich. Die Tanzsportgarde errang zahlreiche Bayerische, Deutsche und Europameistertitel.
Diese Erfolgsbilanz spricht für sich und verhalf dem Verein zu neuem
Glanz und Berühmtheit über Strullendorfs Grenzen hinaus.
Die beiden jüngsten Abteilungen sind Dart und Bogenschießen.
All die hier in Kürze gegebenen Informationen über die Concordia
Strullendorf können in der 1995 erschienenen Chronik im Detail
nachgelesen werden. Die "Chronik eines Landvereins", mit vielen
Bilddokumenten illustriert, beschreibt die Vereinsgeschichte von 1920
bis 1995.
|